Die Lösung für das Kontrollproblem aus Abschnitt 4.4 soll
hergeleitet werden. Setzt man den Ansatz
mit
(Formel (4.7)) in die Zustandsvariablen
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Das obige gewöhnliche Differentialgleichungssystem ist über die
Position
rückgekoppelt und wird durch den Roboter
gelöst. Die Fahrt des Roboters entspricht einer Simulation und damit
auch der Lösung des Systems. Die verbleibende Aufgabe besteht darin,
für die Konstante
, die zu fahrende Krümmung, einen Term zu finden,
so dass garantiert werden kann, dass die Null-Lösung
stabil
ist. Zusätzlich soll sich das System dieser Konfiguration
kontinuierlich annähern [46]. Eine solche
Stabilisierung von dynamischen Systemen durch Rückkopplung stellt eine
der wesentlichen Aufgaben der Steuerungstheorie dar.
Die Null-Lösung heißt stabil, wenn es zu jedem
ein
gibt, das nicht von der Zeit
, sondern nur von
abhängt, so dass für jede Anfangskonfiguration kleiner
die Lösung der Differentialgleichung auf die ganze positive
Halbachse
fortsetzbar und für alle
diese Lösung
kleiner als
ist (vgl. Abbildung A.8)
[6].
Ist das zu lösende Differentialgleichungssystem linear, beispielsweise
, gibt folgender Satz Auskunft über die Stabilität
der Null-Lösung.
Beweis:Siehe [6].
Offensichtlich ist das Differentialgleichungssystem (A.21)
nicht linear. Im nichtlinearen Fall kann die Methode von Lyapunov für
den Stabilitätsnachweis verwendet werden. Die Lyapunov Funktion ist
eine skalare Funktion , definiert über einer verbundenen Region
, die den Nullpunkt enthält. Sie ist darüber hinaus positiv
definit, d.h. es gilt
und
für alle
. Weiterhin sind ihre ersten
partiellen Ableitungen an jedem Punkt von
stetig. Die Ableitung
von
für ein beliebiges System
wird mit
bezeichnet und ist definiert als das Skalarporodukt
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In physikalischen Systemen lässt sich die Stabilität durch die Betrachtung der Gesamtenergie nachweisen. Bleibt diese Energie gleich oder sinkt sie, ist die Stabilität sofort klar. Die Gesamtenergiefunktion ist dann die Lyapunov Funktion [37]. Die Bestimmung einer Energiefunktion erfordert in der Regel die Lösung des vorliegenden Differentialgleichungssystems. Ist nur die Stabilität von Interesse, versucht man eine Lyapunov Funktion zu raten.
Die nun folgende Rechnung zeigt, dass eine Lyapunov Kandidatenfunktion
bei geeigneter Wahl von die Stabilität der Lösung von
(A.21) garantiert. Weiterhin werden die auftretenden Grenzwerte
nachgewiesen und unter anderem folgender kleiner Hilfssatz benutzt:
Die quadratische Lyapunov Kandidatenfunktion
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Durch diese Überlegungen ist das Kontrollgesetz (4.7) und
(A.22) nachgewiesen. Das Verhalten hängt von den Parametern
und
ab.
hat einen endlichen Wert, solange
und
endlich sind. Auch die Winkelgeschwindigkeit
muss begrenzt sein. Dazu analysiert man
. Wenn
gegen Null geht, können die
Zustandsgleichungen aus (A.24) durch folgendes lineare System
approximiert werden:
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Im oben hergeleiteten Kontrollgesetz für (4.7) und
(4.8) ist die Geschwindigkeit abhängig vom Abstand. Da
jedes Fahrzeug eine maximale Geschwindigkeit
besitzt, tritt
in vielen Applikationen eine Sättigung auf, falls der Zielpunkt zu
weit entfernt ist. Demnach ist
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